Kommune Niederkaufungen

https://www.kommune-niederkaufungen.de

Die SZ schreibt:

Hier streifen Menschen ihr altes Leben ab. In einem Ensemble von Fachwerkhäusern, Werkstätten, zwischen Elektromobilen aller Art und einem Trecker, 59 Jahre alt. Hier – das ist die älteste Kommune Deutschlands, die sich 1986 mitten in Niederkaufungen angesiedelt hat, einem Vorort von Kassel. Kommune ist dabei im klassischen Sinn zu verstehen: links.

Die Kommune ist ein soziales Experiment. Ein gewagtes noch dazu. Etwa 60 Erwachsene und knapp 20 Kinder wohnen hier. Einzutreten, „das ist wie heiraten“, sagt Christine Rüther, 35. Man müsse sich das schon sehr genau überlegen. Sie hat das vor fünfeinhalb Jahren gemacht, obwohl sie auf ein solches Leben schon gut vorbereitet war: Zunächst durch ihre sieben Geschwister und später durch Wohngemeinschaften in unterschiedlichen Ausprägungen.

Rüther bekommt zwar für ihre Arbeit einen Lohn, doch der fließt in die gemeinsame Kasse. Leben und Arbeit verschmelzen, weil Rüther wie die meisten übrigen Kommunarden auch in der Kommune arbeitet. Wenn Rüther Geld braucht, nimmt sie es sich einfach aus der Kasse. Ausgaben von mehr als 150 Euro stellt sie an einem Schwarzen Brett zur Diskussion.

Klingt heikel? Ist es nicht. Zwar werde auch in der Kommune viel gestritten, aber seltener ums Geld, sagt Rüther. Das Thema Arbeit stehe hingegen oft im Mittelpunkt, denn die Kommune muss mit ihren Arbeitsbereichen wie der Holzwerkstatt oder dem Verkauf von Lebensmitteln Geld verdienen. Eine gemeinsame Ökonomie fordert schnöde Zahlenarbeit. Und wer die Aushänge am Schwarzen Brett studiert, sieht, wie penibel das die Kommune macht. Einnahmen im Januar: 56.784,71 Euro, Ausgaben 53.953,44 Euro ist dort zu lesen. Die Erwachsenen haben im Schnitt 870,22 Euro verbraucht.

Größter Ausgabenposten sind mit knapp 7700 Euro die Lebensmittel. Einerseits ist das natürlich ärgerlich – so viel Geld für das Essen. Gerne würde sich die Kommune komplett selbst versorgen, sagt Rüther. Doch das gelänge nicht. Zu viele Gäste kämen vorbei, darum müsse hinzugekauft werden.

 

Und von der Website:

Die Kommune Niederkaufungen ist eine intentionale Gemeinschaft seit 1986 im Ort Kaufungen/Nordhessen, Ortsteil Niederkaufungen. Zusammen leben und arbeiten hier 59 Erwachsene und 21 Kinder/Jugendliche. (Stand: Aug. 2016)

Der englischsprachige Oberbegriff für Lebensgemeinschaften wie unsere ist „intentional community“. Das bedeutet, die Menschen, die sich entschließen, als Kommunardinnen/Kommunarden in die Gemeinschaft einzusteigen, teilen die Grundsätze, Zielvorstellungen, Absichten, Überlegungen, Wertvorstellungen etc., die sich die Gemeinschaft gegeben hat und miteinander weiter entwickelt.

Die Kommune Niederkaufungen versteht sich als lebendiges Experiment eines alternativen Lebensstils. Wir möchten ohne Hierarchie solidarischer und ökologisch nachhaltiger miteinander leben und arbeiten lernen.

 

Petra meint:

 

Eine Kommune ist eine intentional community? Wie macht man denn eine unintentional Community? Nicht mal Passagiere im Bus sind unintentional gemeinsam. Eine Kommune ist so unmißverständlich radikal politisch, da wird man sofort putzmunter und nervös wenn sowas als zweckhafte Gemeinschaft verniedlicht wird. Der SZ Artikel ist da mit weniger Bauchschmerzen lesbar. Und immer diese Illusion von Arbeiten ohne Hierarchien. Lieber gemeinsam im Sumpf des Mittelmaßes versinken als einen das mal vernünftig machen und entscheiden lassen. Grausam.

[] was ist das denn?
[x] nichts für mich
[] inspirierend
[] das könnte es sein
[] das isses

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