Lebenshof Graben

http://hof-graben.de

Das Gründungsteam besteht aus der Familie Lindner, die den Hof 1990 gekauft und liebevoll von Hand renoviert hat. Das Kernteam des Projekts soll aus allen Personen bestehen, die dauerhaft in der neuen Lebensgemeinschaft auf dem Hof in Graben leben. Hierfür suchen wir noch Verstärkung!

Angelika und Johannes Lindner haben den damals verfallenen Hof im Jahr 1990 erworben und liebevoll renoviert. Nun möchten sie diesen Lebenswert mit anderen Menschen teilen und stellen die Flächen und Gebäude für das Projekt zur Verfügung.

Momentan ist der Lebenshof Graben noch ein privates Projekt der Familie Lindner. In Zukunft wollen wir aber eine gemeinnützige Organisation gründen. Hier kommen beispielsweise eine Stiftung, eine gGmbH, ein Verein oder eine Genossenschaft in Frage.

 

Petra meint:

Nochmal so eins von diesen Projekten wo Leute ein fantastisches Haus irgendwo im Nichts kaufen, dort Jahre in ein bischen zu viel Einsamkeit verbringen, und dann merken das so ein Ort dann doch langweilig ist ohne Menschen. In jedem von uns steckt wohl ein kleiner Dorfgründer. Mein Bauchgefühl sagt mir, das aus diesem Projekt nichts werden wird. Mit Privatbesitz von Leuten, die ihr Herzblut in ein Haus gesteckt haben, um es dann mit anderen zu teilen, die ganz andere Vorstellungen haben, was man damit hübsches anstellen kann, das geht nicht gut. Das erste, was da passieren müsste, wäre die Umwandlung in eine Genossenschaft oder ähnliches, so dass das Haus keinen Privaten Besitzer mehr hat. Sieht nicht so aus als wäre das passiert. Man merkt, da fällt das loslassen schwer. Ich glaube da werden eher wohlgesinnte Adoptivmenschen zur Untermiete gesucht, nicht so sehr echte Gemeinschaftsmitglieder.

[] was ist das denn?
[x] nichts für mich
[] inspirierend
[] das könnte es sein
[] das isses

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2 Gedanken zu „Lebenshof Graben

  1. Hallo Petra,
    Matthias hier, vom Lebenshof Graben. Ich war heute ziemlich überrascht, als ich deine „Rezension“ über unser Projekt hier zufällig gefunden habe. Dazu möchte ich dir ein Feedback geben:

    Einerseits finde ich das was du schreibst ziemlich anmaßend und arrogant. Da gibt jemand ein Urteil ab, der uns nie kennen gelernt hat, der sich nichteinmal die Mühe gemacht hat uns zu schreiben oder uns anzurufen. Noch dazu sind deine Formulierungen ziemlich destruktiv und demotivierend:
    „Mein Bauchgefühl sagt mir, das aus diesem Projekt nichts werden wird.“
    „… das geht nicht gut“
    „Sieht nicht so aus als wäre das passiert“
    „…wohlgesinnte Adoptivmenschen zur Untermiete…“
    Wenn du jemals selbst versucht hast, ein Gemeinschaftsprojekt zu gründen, dann weißt du, dass dies meist ein langer und intensiver Prozess ist, bei dem man viel positve Energie braucht und nichts von heute auf morgen übers Knie brechen kann. Was man dabei garnicht brauchen kann, ist jemand von außen, der einem sagt: „Das wird eh nix!“.

    Andrerseits muss ich sagen:
    Respekt für deine Auffassungsgabe! Du hast nämlich einige Knackpunkte unseres Projekts tatsächlich gut erkannt und wäre das was du schreibst mit einem realen Besuch bei uns unterfüttert und weniger „aburteilend“ formuliert, könnte es für andere Suchende sicher ein wertvoller Beitrag sein. Du schreibst z.B.:
    „die ihr Herzblut in ein Haus gesteckt haben, um es dann mit anderen zu teilen, die ganz andere Vorstellungen haben,“
    „Man merkt, da fällt das loslassen schwer.“
    Beides trifft es tatsächlich sehr gut. Menschen mit ähnlichen Vorstellungen zusammen zu bringen ist immer eine Herausforderung – ganz besonders in unserem Projekt, durch die spezielle Ausgangssituation. Und „Loslassen“ ist natürlich ein großes Thema bei uns, an dem wir konstant arbeiten:
    Stell dir vor, du hast einen Großteil deines 60-Jährigen Lebens in den Aufbau eines geschützten Raumes, für dich, deine Kinder und die Natur investiert. Du bist in der normalen Gesellschaft (die alles in „mein“ und „dein“ unterteilt) sozialisiert, hast dich aber immer bemüht, es besser und nachhaltiger zu machen, und warst dein Leben lang immer auch für andere da. Irgendwann kommt eines deiner Kinder zu dir und sagt: „Hey, lasst uns diese wunderbare Insel, die wir uns aufgebaut haben, mit ‚Fremden‘ teilen – denn es gibt wunderbare Menschen da draußen, die eine Bereicherung für unser Leben sein könnten!“
    Ich finde, es verdient den allergrößten Respekt, wenn Menschen im Alter meiner Eltern an dieser Stelle (ohne jede Not und komplett freiwillig) sagen: „Ok, wir haben zwar noch nie in einer WG gewohnt und wir wissen auch nicht ganz genau, wie und mit wem sowas klappen könnte – aber ja, lass es uns mal irgendwie versuchen!“ Mag sein, dass diese Voraussetzungen deinen Traumvorstellungen von einem Gemeinschaftsprojekt nicht entsprechen können – denn sie erfordern viel Empathie und Geduld für die Entwicklungen, die bei uns ablaufen. Aber unser Projekt ist immerhin ein erster persönlicher Schritt auf dem Weg der gesellschaftlichen Transformation, die wir uns wünschen.

    Viele Gemeinschafts-Projekte versuchen, super-visionär eine Gemeinschaft auf dem weißen Blatt Papier zu entwerfen – und viele scheitern dann daran, dass sie nicht den richtigen Ort finden, es nicht finanziert bekommen, die eigenen Träume vielleicht nicht zur Realität passen etc.
    Unser Ansatz ist es, mit dem zu arbeiten, was da ist – kein Phantasieprojekt neu zu erschaffen, sondern Bedingungen und Ressourcen zu nutzen, die vorhanden sind und diese aktiv zu gestalten.
    Es gibt da kein „richtig“ oder „falsch“ – beide Wege können über kurz oder lang zum Ziel, zu einer wunderbaren Gemeinschaft führen. Und bis dahin ist unser Ort für uns weder „langweilig“ noch „einsam“ – sondern wird in vollen Zügen genossen!

    Abschließend zu deiner Arbeit hier:
    Ich respektiere deinen Wunsch, ein tolles Zuhause in Gemeinschaft für dich finden zu wollen – und dein Ansatz hierzu einen Blog zu machen finde ich gut, weil er eigentlich sehr konstruktiv und handlungsorientiert ist. Vielleicht magst du deinen geschützten Raum hinter „Internetanschluss & Tastatur“ mal verlassen, deine Haltung überdenken und bevor du Urteile postest, zu den Leuten über die du schreibst Kontakt aufnehmen. Schön fände ich, wenn du über die Wirkung deiner Worte auf die Menschen, über die du schreibst nachdenkst, bevor du postest. Vielleicht magst du ja auf dieser Basis deine „Rezension“ ein wenig überarbeiten.

    Vielen Dank fürs Lesen und dein Engagement auf dieser Seite!
    Liebe Grüße,
    Matthias

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  2. Hallo Matthias, sorry für die verspätete Antwort und die diversen Schlipse und Fettnäpfen, auf und in die ich mit dieser Rezension rein- und rausgetorkelt bin.

    Torkeln ist meine neue Freizeitbeschäftigung seitdem ich auf der Suche bin nach der neuen Art zu Leben. Hier gibt es keinen Anspruch auf redaktionelle Neutralität, professionelle Berichterstattung oder informative Nachrichtengestaltung. Hier bin nur ich, torkelnde Petra, dank Kleinkind mit gefühlt 5 Minuten Zeit pro Projekt und einem Bauch, der inach 4 Minuten merkt, wo irgendwas zwischen Idee und Realität auseinanderläuft. Und so kommt’s dann auch in den Beitrag. Ungefiltert, ungeschönt, undiplomatisch. Ich glaube ich darf das hier. My site, my rules, könnte man auch sagen.

    Es tut mir leid wenn ich damit Gefühle verletzt habe. Es gibt nicht genug Projekte dieser Art in Deutschland und jeder der sowas angeht ist auf jeden Fall schon mal auf der hellen Seite der Macht. Nur, währet den Anfängen, so heißt doch das Sprichwort. So ein Projekt muss mit der richtigen Geisteshaltung begonnen werden. Die kann man sich nicht später überstreifen wie einen neuen Anzug. Erst loslassen, dann teilen ist die Reihenfolge bei solchen Projekten (und dem Leben allgemein, wenn man philosophisch werden will), nicht umgekehrt.

    Vielen Dank nochmal für deinen Kommentar. Er gibt mir und meiner Meinung eine Wichtigkeit die ich in Realität natürlich gar nicht habe. Deswegen lasse ich meine kleine Meinung einfach so stehen, wie sie da ist. Mit allem Respekt bemerke ich aber immer wieder diese enorme emotional aufgeladene Intensität, mit der die Idee gemeinsamen Wohnens oft angegangen wird. Kein Wunder dass darüber wer wo und wie wohnen Kriege ausgefochten worden sind.

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